Therapeutisches Reiten

Das therapeutische Reiten umfasst pädagogische , psychologische, psychotherapeutische, rehabilitative und sozialintegrative Maßnahmen, welche über das Medium Pferd umgesetzt werden. Zielgruppen sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene, mit körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklungsstörungen oder mit Behinderungen. Die Entwicklungsförderung steht dabei im Vordergrund. Reiterliche Fähigkeiten sind dagegen eher nebensächlich.
  • Geistige – und Lernbehinderungen (z.B. Down Syndrom)
  • Psychomotorische Entwicklungsstörungen z.B.(Wahrnehmungsstörung)
  • Sprachstörungen, Sprechstörungen (z.B. Mutismus, Stottern)
  • Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Autismus)
  • Psychosomatische Störungen (z.B. Schmerz, Unlust, Apathie, Unwohlsein)
  • psychische Störungen (z.B. Angststörungen, Depression, Burnout, Abhängigkeitserkrankungen)
Das Pferd bietet einem unendliche Möglichkeiten der Therapieansätze.

In der Reittherapie machen wir uns die Eigenschaften und Wesenszüge, als auch die Verhaltensmuster des Pferdes zunutze, um Menschen zu fördern. Das Pferd gibt dem Klient, der bei uns in der Reittherapie ist, nicht das Gefühl, therapiert zu werden. Daher ist die Reittherapie besonders bei Therapiemüdigkeit ideal einzusetzen.

Doch es sind bei weitem mehr Aspekte, welche für Reittherapie sprechen. Setzt sich das Pferd in Bewegung, läuft im Körper des Reiters zu 95% das Gleiche ab, so als wenn dieser selbstständig laufen würde.
Der Muskeltonus verändert sich, Nerven werden stimuliert, Blockaden gelöst, Muskeln trainiert uvm. Daher ist die Reittherapie für Menschen mit körperlichen Handicaps ein ideales Training. Das Pferd ist in der Reittherapie nicht nur Co–Therapeut, es ist Motivator, Lehrer und Freund.

Im Vorfeld der Therapie erfolgt ein Erstgespräch mit Anamnesebogen (Erfassen der Problematik) und Unbedenklichkeitsbescheinigung (Ausschluss ärztlicher Bedenken). Ein detailierter Therapieplan wird erstellt und exakt auf die Bedürfnisse des Klienten erstellt.

Für wen ist Reittherapie nicht geeignet?

  • Menschen mit Epilepsien oder Herzschwäche, die nicht ausreichend mit Medikamenten einstellbar/behandelbar sind
  • Personen mit Multipler Sklerose im aktiven Schub, sowie Menschen mit schweren Hüftleiden
  • Kinder mit starker seitlicher Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose III. Grades)
  • Leistungsstörungen der inneren Organe
  • Pferdehaar–Allergie
  • Asthma Bronchiale
  • Atlasdysplasie bei Morbus Down
  • Blutgerinnungsstörung, Anfallsleiden
  • Akute und entzündliche Prozesse des Stütz– und Bewegungsapparates
  • Medikamentengabe, die die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt